Foto: Ulrich Wagner


Ein Impuls für den ganzen Stadtteil
Bald ziehen die ersten Bewohner ins Ellinor-Holland-Haus ein. Das Textilviertel soll davon profitieren. Wie sich Anwohner und Nachbarn einbringen können und wie die Universität Augsburg das Projekt begleitet

Solche Nachrichten sind im Baugewerbe selten: Das Ellinor-Holland- Haus liegt zwei Wochen vor dem Zeitplan. Anfang 2016 werden im Textilviertel die ersten Bewohner einziehen. Damit eröffnet in Augsburg eine Einrichtung, die bundesweit als Pilotprojekt gilt. Initiator ist die Kartei der Not. Seit 50 Jahren unterstützt sie Menschen in der Region, die unverschuldet in Not geraten sind. Im Jubiläumsjahr „wagt“ sich die Stiftung nun erstmals an ein eigenes Großprojekt: Menschen in Krisensituationen werden im Ellinor- Holland-Haus vorübergehend eine neue Bleibe finden, bis sie wieder in der Lage sind, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Das Angebot richtet sich an Alleinerziehende mit ihren Kindern, an Familien oder auch Senioren in schwierigen Situationen. Das Konzept des Hauses ist in jeder Hinsicht auf Gemeinschaft ausgelegt: Die Bewohner sollen sich gegenseitig Halt und Hilfe geben, sie werden dabei von einem Sozialarbeiter und Ehrenamtlichen unterstützt. Gleichzeitig will das Ellinor-Holland-Haus in den Stadtteil hineinwirken: Es gibt einen Laden mit Café, in dem sich Bewohner und Nachbarn treffen können. Angeschlossen ist auch ein Kinderhaus, das nicht nur den Nachwuchs der Hausbewohner aufnimmt, sondern auch den aus dem Textilviertel. Der Lehrstuhl für Pädagogik mit Schwerpunkt Erwachsenen- und Weiterbildung der Universität Augsburg begleitet das Projekt wissenschaftlich. Lehrstuhlinhaberin Prof. Dr. Elisabeth Meilhammer und ihr Team bieten drei Seminare für Studenten an. Es geht um Themen wie die Messbarkeit von Erfolg, um organisatorische Fragen, um Stadtteilentwicklung als Aufgabe der Erwachsenenbildung und darum, wie das Ellinor-Holland-Haus sich im Stadtteil etabliert. Aus diesem Grund wird die Universität demnächst eine Umfrage im Textilviertel starten. Fragebögen werden verteilt, Passanten auf der Straße interviewt. Sie können den Studenten mitteilen, welche Hoffnungen sie in das Ellinor-Holland-Haus setzen, welche Erwartungen, wie sie sich das Zusammenspiel der Einrichtung mit den Stadtteilbewohnern vorstellen und vieles mehr. „Gemeinsam geht’s“ – nach diesem Motto der Kartei der Not können sich Engagierte vielfältig einbringen. Derzeit freut sich die Stiftung über Unterstützer für den Spielplatz, der auf dem Freigelände entstehen wird. Weitere Paten sind jederzeit willkommen.

Ellinor Scherer, die Kuratoriumsvorsitzende der Kartei der Not, sieht der Eröffnung des Ellinor-Holland-Hauses mit Freude entgegen. „Wir heben das Lebenswerk unserer Mutter Ellinor Holland auf eine neue Ebene und reagieren damit auch auf die Veränderungen in unserer Gesellschaft.“ Denn eines haben sie und ihre Schwester Alexandra Holland, die stellvertretende Kuratoriumsvorsitzende, in vielen Jahren des Engagements für die Kartei der Not erfahren: Während manchen Menschen in Krisensituationen bereits ein kleiner finanzieller Anschub hilft, brauchen andere Jahre, um wieder Fuß zu fassen. Entsprechend ist die Verweildauer im Ellinor-Holland-Haus auf bis zu drei Jahre angelegt. Die Einzelfallhilfe wird, das versichern Scherer und Holland, aber auch künftig ein wichtiges Standbein der Kartei der Not sein. 2800 Anfragen erreichten die Stiftung allein im vergangenen Jahr. Oft geht es nur um kleine Dinge wie ein neues Brillengestell oder ein Haushaltsgerät, manchmal fällt die Hilfe umfassender aus. Eben dies ist es, was die Kartei der Not seit 50 Jahren ausmacht: Sie hilft schnell, unbürokratisch und so, wie es für die Notleidenden am besten ist. (Nicole Prestle)
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„Die Not vor unserer Haustür geht uns alle an.“ Ellinor Holland
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